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Die eigenaktive Entwicklung von Wirbelsäulenspannkraft

  • Autorenbild: Melanie Berger
    Melanie Berger
  • vor 18 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

 

Viele Menschen klagen heute über Beschwerden in der Wirbelsäule. Bandscheibenvorfälle im Lenden- oder Halswirbelsäulenbereich sind schon in jungen Jahren keine Seltenheit mehr. Die Muskulatur weist häufig Schwächen vor oder ist durch schmerzliche Kontraktionen und Verkürzungen belastet. Doch wie kann der Mensch eigenaktiv für die Gesunderhaltung des Rückens einen Beitrag leisten?

 

Die Dreigliederung der Wirbelsäule

Es ist günstig sich zunächst ein allgemeines Bild über die Wirbelsäule anzueignen. Diese gliedert sich auf in drei Teile: einen unteren, stabilen und eher festen Abschnitt (Lende), einen mittleren, dynamisch bewegten Bereich (Brust) und schließlich in eine fast schon sensitive, sehr bewegliche und feine obere Zone (Hals). Nun ist es heute beim Menschen häufig so, dass der untere Bereich zu instabil geworden und dieser Druckbelastungen von oben unterlegen ist, der mittlere Abschnitt zu unbeweglich sowie kraftlos und die obere Zone zu verhärtet ist. Dies führ häufig zu krankhaften Beschwerden, insbesondere in der Lende- und in der Halswirbelsäule. Die Brustwirbelsäule weist meist weniger Beschwerden auf, ist aber häufig als Auslöser oder Verursacher anzusehen, da hier die notwendige Spannkraft fehlt, die sowohl der Lenden- und auch der Halswirbelsäule Entlastung bieten würde.

 

Wirbelsäulenspannkraft aufbauen

Weniger bekannt ist es, dass die Wirbelsäule, insbesondere aus dem mittleren Ab-schnitt dynamisiert und aufgerichtet werden kann. Hierbei nimmt die Zone zwischen dem 10. bis 12. Brustwirbel eine besondere Rolle ein. Als dass die Lende weniger Druckbelastungen von oben ausgesetzt ist, bedarf es dringend einer Aufrichtung aus












der Mitte heraus. Das Gewicht des oberen Körpers lastet dann auf natürliche Weise weniger auf der Lende, sondern trägt sich wie aus sich selbst heraus und die Halswirbelsäule erfährt dadurch ebenfalls eine Entlastung. Auf Bild 1 (von links nach rechts) lassen sich deutlich die Belastungen oben und unten erkennen, während die Wirbelsäule in der Mitte keine Spannkraft oder Aufrichtung aufweist. Durch den Kraft-

einsatz in der Brustwirbelsäule (Bild 2) lässt sich beobachten, wie eine ideale Spannkraft entsteht und der Stand ein idealer ist im Sinne der Gesunderhaltung der Wirbelsäule (Bild 3).


Wie entwickelt sich die Wirbelsäulenspannkraft?

Wie gelingt es nun, eine Spannkraft in der Wirbelsäule aufzubauen, insbesondere im mittleren Abschnitt? Der Mensch richtet sich erfahrungsgemäß weniger aus der Wirbelsäule selbst auf, sondern mehr aus der umliegenden Muskulatur. Da diese häufig eine Schwächung vorweist, kann dies meist nicht lange durchgehalten werden. Der nächste Schritt ist häufig dann der Gedanke eines Muskelaufbaus. Die Wirbelsäule an sich mit ihrer vorhandenen Möglichkeit des Aufrichtens, findet hierbei noch keine Beachtung. Es gelingt jedoch schon auf einfache Weise, die Spannkraft aufzubauen, als dass sich die Wirbelsäule leicht aufgerichtet anfühlt und die umliegende Muskulatur auf ganz natürliche Weise eine Entlastung erfährt, ebenso wie die gesamten Bandscheiben. Hier spricht man von einer sogenannten Energetisierung oder Ätherisierung der Wirbelsäule. Ganz praktisch kann der Mensch Energien von außen organisieren, wenn er, ausgehend von einer geeigneten Vorstellung über die zu erfolgende Bewegung, diese konkret mit dem Körper in eine praktische Umsetzung führt. An einem einfachen Beispiel, welches direkt eigenständig erprobt werden kann, soll dies verdeutlicht werden.

 

Praktische Ausführung zum Aufbau von Spannkraft

Stelle dich aufgerichtet mit schmalen Füßen auf die Matte. Lenke deine Aufmerksamkeit dann zur Wirbelsäule und erlebe sie von unten nach oben in ihrer Länge. Stelle dir nun vor, dass diese aus sich selbst heraus in die vertikale Linie noch für 1-2 cm nach oben aufgerichtet wird. Die Wirbelkörper gewinnen dadurch mehr Raum zueinander. Wenn die Vorstellung nun ausreichend getätigt wurde kannst du beginnen

und die Arme über die Seite nach oben führen bis die Handflächen sich über dem Kopf schließen. Richte dich durch eine Kontraktion aus der Mitte der Wirbel-

säule (ca. 10-12 Brustwirbel) weiter in die Streckung auf. Beachte dabei dringend, dass du dich nicht aus den Schultern oder den Armen nach oben ziehst, sondern die Bewegung direkt aus der Wirbelsäule kommt. Führe im Anschluss die Arme

wieder nach unten. Wiederhole diesen Vorgang noch mind. weitere fünfmal.


Das Ergebnis

Nach der Übung kannst du prüfen, wie du deine Wirbelsäule erlebst. Wenn es einigermaßen gelungen ist fühlt sich die Wirbelsäule nun aufgerichtet an – und dies ohne, dass du einen besonderen Krafteinsatz mit der Muskulatur leistest. Du kannst die Wirbelsäule als aufgerichtete, zentrale Achse deines Körpers erleben. Die umliegende Muskulatur fühlt sich weich und entlastet an. Insgesamt könnte man sich als Ziel vornehmen, sich zur Spannkraft der Wirbelsäule eigenaktiv zu erziehen. Jeden Tag.

 

Melanie Berger

Im Mai 2026






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