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Formen der Energiegewinnung im Yoga

  • Autorenbild: Melanie Berger
    Melanie Berger
  • vor 1 Tag
  • 4 Min. Lesezeit

Die Übungsweise des Yoga erfreut sich in den letzten Jahren einer steigenden Beliebtheit. Gerade deshalb, da sich der Übende nach der Einheit frischer, belebter – energetisierter erlebt. Jeder Mensch möchte gerne fit sein, sich frisch fühlen und ausreichend Energie für den Tag zur Verfügung haben. Keiner mag gerne die Tage, an welchen man sich kaum aufrichten kann und sich eher schwach empfindet. Der Yoga bspw. kennt hier unterschiedliche Möglichkeiten der Energiegewinnung.

 

Die körpergebundene Energie

In der klassischen Yogadisziplin gibt es unterschiedliche Methoden der Energiegewinnung. Ziel war hier unter Anderem die Energie für ein moralisch hochwertiges Leben bzw. für den spirituellen Erkenntnisweg zu nutzen. Der Aspirant war meist eingebettet in einem ashram und wurde von einem Guru in die Mysterien eingeweiht. Der Yogi kennt zur Energiesteigerung einige Techniken, die den Körper reinigen, das Begehren läutern und für die empfangende Meditation vorbereiten sollen. Hierfür wurden Methoden wie die bekannten Yogastellungen (āsana) praktiziert, da hier die körpergebundene oder elektromagnetische Energie, die im Körper aufgespeichert ist, durch das Dehnen innerhalb der Yogastellungen wieder freigesetzt wird. Auch kennt man die prāṇāyāma-Übungen was übersetzt Lebensenergie, Hauch bedeutet, die zur Energiesteigerung angewendet wurde. Zu Zeiten des Yogins in Indien hatte der Mensch noch Einblicke in die seelisch-geistige Welt, oder anders ausgedrückt, konnte er sich noch mehr als geistiger Bürger, statt als irdischer Bürger

wahrnehmen. Die methodischen Übungen waren für ihn ein geeignetes Mittel, ein reineres Bewusstsein zu erlangen und niedere Triebe zu läutern. Die Energie, die gewonnen wurde, diente nicht dem Menschen selbst, sondern sollte ihn bei seiner spirituellen Schulung unterstützen.

 

Heute hat der Yoga Europa erobert. Er erfreut sich einer wachsenden Beliebtheit, da auch die Menschen im Westen bemerken, dass die Methoden des Yoga eine angenehme Steigerung der energetischen Verhältnisse bringen. Im Westen sind die Motive Yoga zu praktizieren meist jedoch etwas anders gelagert als im alten Indien. Der Bürger kommt in den Yogaunterricht auf Grund von Beschwerden am Bewegungs-apparat, wegen der Entspannung und insbesondere der Energiesteigerung.


Insgesamt werden durch Bewegungen oder auch durch die Nahrungsaufnahme Verbrennungsprozesse im Stoffwechselsystem angeregt, die zu einer Steigerung der Vitalenergie führen.

 

Die Dramatik liegt nun darin, dass der europäische Bürger in den wenigsten Fällen einen Guru oder spirituellen Lehrer hat, welcher ihn in den Gesetzmäßigkeiten des seelisch-geistigen Daseins unterrichtet. Die Übungen oder Methoden selbst führen in der Regel an sich nicht zu einer neuen Energieentwicklung oder zur Erkenntnisbildung, da sie wie bereits erwähnt bereits vorhanden sind und durch die


Übungsweise wieder erweckt oder freigesetzt werden. Sie steigen wie aus dem organischen nach oben und wirken in die Sphäre des Bewusstseins hinein. Diese Form der Energiegewinnung verändert die äußeren Verhältnisse des Körpers, transformiert jedoch nicht das Bewusstsein.

 

Die körperfreie Energie

Bei der sogenannten körperfreien Energie handelt es sich um eine ganz freie, vom Bewusstsein organisierte Energieform. Sie ist nicht, anders als die körpergebundene Energie, bereits vorhanden und aufgespeichert, sondern sie organisiert sich auf eine ganz spezifische Art und Weise und wirkt von außen, wie das Licht der Sonne, auf den menschlichen Körper. Im Vergleich zur elektromagnetischen Energie verbraucht sie sich nicht, sondern sie ist unerschöpflich. Der Mensch als geistbegabtes Wesen, trägt in sich

die Fähigkeit des Denkens, Fühlens und des Wollens. Nun hat dieser die Möglichkeit während der Übungsweise des Yoga sich einen bestimmten Gedanken und ein geeignetes Ziel vornehmen, bspw. kann eine ideale Form der āsana als solches in Betracht kommen. Ausgehend von dem Gedanken, der sich der Übende vornimmt, bildet er sich eine Vorstellung, ein eigenes Bild über die āsana. Der Gedanke wird dann innerhalb der āsana mit Hilfe des Körpers in die praktische Umsetzung geführt. Hierfür richtet der Übende die Aufmerksamkeit auf bestimmte Körperregionen, als dass er die Yogastellung im bestmöglichen Sinne gemäß des Gedankens zum Ausdruck bringen kann. Das Bewusstsein tastet sich wie von außen am Körper entlang, hält die Übersicht über die Form und gestaltet, ausgehend vom Idealbild oder Gedanken, seinen Körper in genau bemessenem Maße. Die gedankliche Auseinandersetzung mit der āsana, das eigenaktive Denken und Vorstellen dieser, sowie das Vornehmen eines Zieles sorgen in Verbindung mit der praktischen Umsetzung zum Entflammen der körperfreien Energie. Diese ist lichtvoll, durchdringt und durchfludtet den Körper von außen nach innen. Interessanterweise partizipieren an dieser organisierten Energie auch andere Menschen im Umfeld, da sie auf freie Weise in der Atmosphäre zur Verfügung steht. Ferner führt die Auseinandersetzung und Vorstellung spiritueller Inhalte zur Erkenntnisbildung und transformiert den Menschen nicht nur im Äußeren, sondern wirkt tief auf das Seelenleben des Menschen.

 

Zwei Bewegungsrichtungen der Energie

Die Energie an sich hat nur einen Ausgang. Sie entspringt aus geistiger Ebene und bedeutet für den Menschen das Leben. Der signifikante Unterschied liegt unter anderem darin, dass der Übende durch das Denken und vorstellen neuer Gedanken zu Erkenntnissen gelangt und sich das Bewusstsein transformiert. Die bereits vorhandenen Energien führen nicht zu

neuem Wissen und einer Veredelung des Menschen, da diese -wie bereits erwähnt- bereits vorhanden sind und lediglich über die Körperarbeit erweckt werden. Ferner wirkt die körpergebundene Energie wie von unten nach oben auf das Bewusstsein und die körperfreie Energie verströmt sich wie die Sonnenstrahlen der Sonne von außen auf den Menschen. Da sie in der Atmosphäre lebt und frei verfügbar ist, empfangen andere Menschen diese Energie ebenfalls und können die Wirkung spüren.

 

Melanie Berger

März 2026


 
 
 

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